Gestern fiel der über die Grenzen Österreichs hinaus bekannte Winzer Johann Reinisch einem Unfall im Weingarten zum Opfer.
Hans Reinisch war einer der Motoren des österreichischen Rotweinwunders und einen Leitfigur der Thermenregion. Er plante und baute als einer der ersten Winzer Österreichs ein modernes Weingut nach internationalen Maßstäben; damals rief das Kopfschütteln hervor, heute ist es beinahe Standard.
Nicht nur bei der Planung seines beispielhaften Gutes erwies sich Johann Reinisch als Visionär, sondern auch bei der Wahl der Sorten und seiner Einstellung. Zwar hatte er als einer der Ersten auch Cabernet Sauvignon ausgesetzt, aber zu einer Zeit als die Region mehr oder weniger die Identität zu verlieren drohte, konzentrierte er sich auf die traditionellen, einheimischen und unverwechselbaren Sorten.Seine St. Laurent und Pinot Noir aus Tattendorf waren und sind legendär.
Die Projekte in Gumpoldskirchen, die er vehement vorantrieb, rückten das Gebiet weiter in den Fokus von Weinliebhabern, aber auch namhafter Investoren.
All das wird aber dem Menschen Hans Reinisch nur sehr bedingt gerecht. Vor allem haben wir in ihm einen großherzigen, charaktervollen und liebenswürdigen Menschen verloren, der immer offen für alle Anliegen war. Seine Söhne sind sein größtes Erbe, das ist wohl der einzige Trost, der bleibt.